Mittwoch, 25. Dezember 2013

Weihnachten in Amerika

Ganz bewusst hatte ich mich dazu entschieden, Weihnachten noch in Amerika zu verbringen, ganz einfach weil man sowas nicht so einfach nochmal machen kann. Und ja, es war schon schade Weihnachten nicht mit meiner Familie zu feiern, aber da ich diese ja 4 Tage später wieder gesehen habe, war das dann ok. Jetzt zum eigentlichen Post: Weihnachten ist - wie eigentlich alle Feiertage in Amerika - eine ziemlich große Sache. Den ersten Schmuck gab es deshalb auch schon Anfang September zu kaufen, offenbar teilweise auch schon früher.  So richtig fing die ausgiebig geschmückte Weihnachtszeit dann aber erst nach Thanksgiving an. Ab dem 1. Dezember hatte ich dann auch einen Adventskalender, der aber eher aus einer Box bestand, in die meine Gastmutter jeden Tag eine Kleinigkeit gelegt hatte. Auch Nikolaus gab es, in Form einer Tüte mit ein paar Kleinigkeiten wie Socken und Schokolade. Aufgrund der ausgiebigen Dekorationen etc. in der Vorweihnachtszeit hatte ich recht hohe Erwartungen, die sich jedoch nicht so wirklich bestätigt haben.

In meiner Familie wurde Weihnachten sowohl am 24. (Christmas Eve) als auch am 25. (Christmas Day) gefeiert. Der 26.12. ist übrigens in Amerika kein Feiertag. Wir haben also unsere Geschenke, die übrigens schon seit Wochen unter dem mit recht witzigen Ornamenten geschmückten Weihnachtsbaum lagen, teilweise am 24. Abends und teilweise am 25. morgens ausgepackt. 

Das Auspacken der Geschenke war eher eine Enttäuschung für mich, denn mal abgesehen von dem Fakt, dass alle nur Sweatshirts und Jogginghosen anhatten (was jetzt nicht gerade Weihnachtsstimmung aufgebracht hat) und sich Null zurechtgemacht haben, wussten alle außer ich schon vorher was sie bekommen. Das lag daran, dass man hier keinen Wunschzettel schreibt, sondern sich seine Geschenke aussucht und sie sich dann kaufen lässt. Ich finde das richtig blöd, denn das nimmt die ganze Magie und Überraschung und das Geschenkeauspacken ist Mega unweihnachtlich. Außerdem gibt es, wie ich finde, viel zu viel Müll, weil die Geschenke alle erst in Boxen und dann noch in Geschenkpapier gepackt werden, aber über Dinge wie Umweltschutz muss man mit den meisten Amerikanern echt nicht diskutieren. 

Nun aber zum positiven Teil: Ich habe, dafür dass ich 'nur' eine Austauschschülerin bin, extrem viele Geschenke bekommen, hauptsächlich Klamotten. Mein Lieblingsgeschenk kam von meinem Gastvater: Er hat mir eine Dose aus Holz geschnitzt und eine Kette hinein gelegt, beides total schön! :) 

Und ja, Christmas Morning, also am 25., gab es für jeden ein 'Stocking', also der berühmte Socken am Kamin, auch wenn bei uns der Kamin genauso wenig damit Zutun hatte wie ein Socken. Auch dieses Geschenk bestand aus vielen kleinen Dingen die man mal brauchen könnte, auch wenn ich mich echt nicht mit der Idee anfreunden könnte, jedes Weihnachten eine Zahnbürste geschenkt zu kriegen. 

Am 26. war Weihnachten dann wie gesagt auch schon wieder vorbei, was auch dazu geführt hat, dass ALLE Weihnachtsdekoration restlos entfernt wurde. 

Insgesamt war also die Vorweihnachtszeit irgendwie schöner als Weihnachten selber, aber das ganze war definitiv eine Erfahrung, die ich froh bin gemacht zu haben. 

Achja, an Weihnachten habe ich übrigens das erste mal hier 'gekocht', soll heißen Gurkensalat mit Soße nach einem Rezept von meiner Oma und Apfelpfannkuchen. Naja, besser irgendwas als garnichts und besser spät als nie :D 

Hannah :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen