2 Monate nachdem ich wiedergekommen bin schreibe ich nochmal, einfach um zu zeigen, dass ein Auslandssemester an sich schon so eine Sache ist, aber es noch schwieriger ist, danach zurück zu kommen. Besonders in der Schule hat sich viel verändert, meine Freunde haben jetzt andere Freunde und auch meine Fächer sind jetzt ganz anders. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass ich jetzt in die 10. Klasse, also Oberstufe gehe, wo es keine Klassen mehr, sondern ein Kurssystem gibt. Das hat bei mir erstmal für Verwirrung gesorgt, wie sicher bei allen anderen am Anfang auch, nur bei mir hält ein halbes Jahr später. Da kommt man sich schon dumm vor, wenn man erstmal jeden Tag zum Beratungslehrer rennt, seine Räume nicht findet und auch nicht so genau weiß, mit wem man in der Pause jetzt was machen soll. Mal ganz abgesehen vom Unterricht, wo man von manchen Lehrern in der ersten Stunde etwa 50 Arbeitsblätter bekommt und dabei immer wieder den Spruch hört 'Ach mehr war da eigentlich garnicht!' da heißt es dann einfach abwarten und hoffen dass das schon alles wird, was ja in den meisten Fällen auch so ist. 6 Wochen nach meinem ersten Schultag bin ich in den meisten Fächern wieder dabei, ein bisschen problematisch waren für mich eigentlich generell nur Mathe, Bio und Chemie. Aber da muss man sich dann halt einfach mal hinsetzen und nacharbeiten, zumindest das, was man für die nächste Klausur braucht. Da wir vor den Osterferien auch noch Praktikum haben, beginnt die erste Klausurphase schon nächste Woche. Aber wie gesagt, wenn man will schafft man das auch. Doof ist es dann, wenn ein Lehrer einfach mal über ein Thema schreibt, was er behandelt hat bevor man wieder da war, aber auch das kann man klären. Vom sozialen her hat sich wie gesagt einiges geändert, wobei ich sagen muss, dass ich grob immernoch mit den gleichen Leuten was mache wie vorher, nur in anderen Relationen. Leute, die man in der 9. Klasse kaum kannte aber ganz nett fand, findet man jetzt vielleicht besser als eine der ehemals besten Freundinnen. Und natürlich lernt man unendlich viele neue Leute kennen, da man ja nicht mehr nur mit einer Klasse Unterricht hat. Ansonsten bin ich jetzt sehr aktiv geworden in Sachen SV, einfach weil mir das Spaß macht und mir auch geholfen hat wieder rein zu kommen.
Bevor ich geflogen bin habe ich ziemlich viel und auch auf einem relativ hohen Niveau Handball gespielt, was ich zwar immernoch tue, aber nicht mehr so viel und nicht mehr ganz so intensiv. Es ist und bleibt meine große Liebe, aber während meiner Zeit im Ausland bzw speziell kurz danach habe ich gemerkt, dass mir andere Sachen einfach wichtiger sind und ich diese meinem Sport vorziehen möchte.
Meine Zeit in den USA kommt mir inzwischen manchmal ein bisschen vor wie ein anderes Leben oder zumindest wie eine Geschichte, die mir jemand anders erzählt hat. Ich vermisse Amerika, und ja, manchmal denke ich immernoch auf englisch :D Im Endeffekt kann ich nur immer wieder betonen, dass es eine gute Entscheidung war und ich froh bin, das ganze gemacht zu haben.
Bis bald,
Hannah :)
Bis bald,
Hannah :)