Freitag, 2. Mai 2014

5 Monate weiter

Inzwischen bin ich schon fast länger wieder in Deutschland als ich insgesamt weg war und ich weiß wirklich nicht, ob das hier jetzt noch irgendwen interessiert, aber ich schreibe es trotzdem. Vielleicht stolpert ja mal irgendein Austauschschüler über diesen/dieses(?) Blog und findet es hilfreich, auch das zu lesen was bei den meisten ungeschrieben bleibt: Wie es ist, wieder 'rein' zu kommen. 

Wie ich ja letztes Mal schon geschrieben habe, waren die ersten paar Wochen besonders in der Schule sehr schwierig, es ist halt einfach, als wäre man 'die Neue'obwohl man eigentlich seit Jahren auf die gleiche Schule geht (Ich weiß garnicht ob ich das erwähnt habe, aber ich gehe auf ein ganz normales Gymnasium in NRW). Inzwischen kann ich denke ich sagen, dass ich mich wieder komplett eingelebt habe und auch schulisch gesehen das meiste wieder aufholen konnte. Und nein, ich habe nicht einen der Stapel von Arbeitsblättern aus dem ersten halbjahr durchgeguckt. Das hat den einfachen Grund, dass ich mich damit nur selber verrückt machen und außerdem das, was ich jetzt gerade eigentlich lernen soll, vernachlässigen würde. Man findet nach den ersten Paar Wochen (in denen man sich vorkommt wie ein Grundschüler in der Uni) ziemlich schnell raus, was wirklich wichtig war und was man auch einfach lassen kann. Da das deutsche Schulsystem aber auf dem Prinzip des Spirallernens basiert, wird einem das meiste eh nochmal beigebracht, zumindest etwas ähnliches, was man dann ableiten kann (ich sag nur Analyse, was man da jetzt analysiert ist im Endeffekt auch egal...). Klar gibt es, wie ich rausgefunden habe besonders in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern, bestimmte Grundlagen, die offenbar alle im ersten Halbjahr der 10. Klasse gelegt werden. Da hilft es dann nichts, die muss man halt einfach nachholen. Meine erste Klausurphase habe ich sehr gut überstanden, wenn man meine Noten mit denen vom letzten Jahr vergleicht, lässt sich kaum ein Unterschied feststellen. Mehr lernen musste ich wie gesagt auch echt nur in den Naturwissenschaften und Mathe, alles andere ging mehr oder weniger so, auf jeden Fall nicht mit mehr Lernaufwand als normal. 

Auch sonst klappt in der Schule eigentlich alles gut, teilweise sogar besser als vorher. Wie im letzten Eintrag erwähnt bin ich inzwischen sehr aktiv in der Schülervertretung, was ich vor dem Auslandssemester weder gewollt, noch wirklich gekonnt hätte. Das was ich ebenfalls angesprochen hatte, der Punkt mit dem veränderten Freundeskreis, ist ebenfalls war, aber auch das würde ich inzwischen nicht mehr als negativ, sondern eher als positiv deklarieren. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt vielmehr ich selbst bin, und dementsprechend auch Freunde gefunden habe, die besser zu mir passen als vorher. Das für mich neue Kurssystem hat natürlich dazu beigetragen, da ich jetzt auch einfach viel mehr Leute kenne als vorher. 

Ich habe außerdem angefangen meine Freizeit etwas anders zu organisieren als früher, ich nutze meine Zeit heute besser und habe insgesamt das Gefühl, mehr zu schaffen. Ich habe angefangen, Motorrad zu fahren und viele weitere Dinge, die ich vorher nie gemacht habe aber die mir jetzt schon fehlen würden, müsste ich wieder aufhören. Veränderung ist eine gute Sache!

Mein Rat an alle Austauschschüler, die auch gerade zurück sind und keine Ahnung haben was sie machen sollen: Bleibt ruhig, kein Stress, es wird wirklich alles gut. Es dauert seine Zeit, aber wenn ihr tut was ihr mögt und weiterhin offen seid für Neues, wird das schon alles werden. 

Bezüglich dieses Blogs: Ich habe lange überlegt, ob ich weiter schreiben soll oder nicht und vorallem, wenn ja über was, aber zu einem endgültigen Ergebnis bin ich noch nicht gekommen. Wenn jemand seine Meinung dazu einbringen möchte, Kommentare sind erwünscht :)

Vielleicht bis bald, vielleicht auch nicht, wir werden sehen.

Hannah :)



Freitag, 28. Februar 2014

Back to life in Germany

2 Monate nachdem ich wiedergekommen bin schreibe ich nochmal, einfach um zu zeigen, dass ein Auslandssemester an sich schon so eine Sache ist, aber es noch schwieriger ist, danach zurück zu kommen. Besonders in der Schule hat sich viel verändert, meine Freunde haben jetzt andere Freunde und auch meine Fächer sind jetzt ganz anders. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass ich jetzt in die 10. Klasse, also Oberstufe gehe, wo es keine Klassen mehr, sondern ein Kurssystem gibt. Das hat bei mir erstmal für Verwirrung gesorgt, wie sicher bei allen anderen am Anfang auch, nur bei mir hält ein halbes Jahr später. Da kommt man sich schon dumm vor, wenn man erstmal jeden Tag zum Beratungslehrer rennt, seine Räume nicht findet und auch nicht so genau weiß, mit wem man in der Pause jetzt was machen soll. Mal ganz abgesehen vom Unterricht, wo man von manchen Lehrern in der ersten Stunde etwa 50 Arbeitsblätter bekommt und dabei immer wieder den Spruch hört 'Ach mehr war da eigentlich garnicht!' da heißt es dann einfach abwarten und hoffen dass das schon alles wird, was ja in den meisten Fällen auch so ist. 6 Wochen nach meinem ersten Schultag bin ich in den meisten Fächern wieder dabei, ein bisschen problematisch waren für mich eigentlich generell nur Mathe, Bio und Chemie. Aber da muss man sich dann halt einfach mal hinsetzen und nacharbeiten, zumindest das, was man für die nächste Klausur braucht. Da wir vor den Osterferien auch noch Praktikum haben, beginnt die erste Klausurphase schon nächste Woche. Aber wie gesagt, wenn man will schafft man das auch. Doof ist es dann, wenn ein Lehrer einfach mal über ein Thema schreibt, was er behandelt hat bevor man wieder da war, aber auch das kann man klären. Vom sozialen her hat sich wie gesagt einiges geändert, wobei ich sagen muss, dass ich grob immernoch mit den gleichen Leuten was mache wie vorher, nur in anderen Relationen. Leute, die man in der 9. Klasse kaum kannte aber ganz nett fand, findet man jetzt vielleicht besser als eine der ehemals besten Freundinnen. Und natürlich lernt man unendlich viele neue Leute kennen, da man ja nicht mehr nur mit einer Klasse Unterricht hat. Ansonsten bin ich jetzt sehr aktiv geworden in Sachen SV, einfach weil mir das Spaß macht und mir auch geholfen hat wieder rein zu kommen. 

Bevor ich geflogen bin habe ich ziemlich viel und auch auf einem relativ hohen Niveau Handball gespielt, was ich zwar immernoch tue, aber nicht mehr so viel und nicht mehr ganz so intensiv. Es ist und bleibt meine große Liebe, aber während meiner Zeit im Ausland bzw speziell kurz danach habe ich gemerkt, dass mir andere Sachen einfach wichtiger sind und ich diese meinem Sport vorziehen möchte. 

Meine Zeit in den USA kommt mir inzwischen manchmal ein bisschen vor wie ein anderes Leben oder zumindest wie eine Geschichte, die mir jemand anders erzählt hat. Ich vermisse Amerika, und ja, manchmal denke ich immernoch auf englisch :D Im Endeffekt kann ich nur immer wieder betonen, dass es eine gute Entscheidung war und ich froh bin, das ganze gemacht zu haben. 

Bis bald,

Hannah :)